Zu einem Vortrag zum Thema „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“ lud der Seniorenbeirat Recklinghausen in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband interessierte Bürgerinnen und Bürger in die Geschäftsstelle des DRK Kreisverbandes ein. In der sehr gut besuchten Veranstaltung berichtete Herr Kriminalhauptkommissar Frank Böttcher vom Kommissariat Prävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde nicht nur über die vielfältigen Methoden, mit denen Betrüger vorgehen, sondern auch über Möglichkeiten sich davor zu schützen.
Weiterlesen: Hören Sie auf Ihr BauchgefühlSei es am Telefon, in sozialen Medien, beim Einkaufen oder an der eigenen Haustür: Mit ausgeklügelten Methoden versuchen Betrüger, ältere Menschen unter Druck zu setzen, Ängste zu schüren oder ihre Hilfsbereitschaft auszunutzen, um Geld und Wertsachen zu erbeuten.
Wie derlei Betrugsmaschen ablaufen, kann man in einem sehr anschaulichen und originellen Film anschauen, den die Polizei Hamburg zusammen mit dem Miniatur Wunderland produziert hat. Leg sofort auf – Miese Masche Trickbetrug heißt der kurze Film. Unbedingt sehenswert! Er ist auf dem YouTube Kanal der Polizei Hamburg aufzurufen: Polizei Hamburg Miniatur Wunderland.
Wenn Sie von falschen Polizisten oder angeblichen Mitarbeitern von Banken oder dem Wasserwerk kontaktiert werden, gilt: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und lassen Sie sich nicht verunsichern!
Am Telefon: Legen Sie sofort auf.
An der Haustür: Öffnen sie nicht und lassen Sie niemanden in Ihre Wohnung.
Bei Verdacht: Verständigen Sie die Polizei.
Wir lernen schon als Kinder, höflich und hilfsbereit zu sein. Im Umgang mit Betrügern ist dieses Verhalten jedoch kontraproduktiv und wird von den Betrügern ausgenutzt. Herr Böttcher: „Man muss den festen Willen haben, sich unhöflich zu verhalten“.
Neben dem Verlust von Geld und Wertsachen leiden viele Betroffene auch unter Scham, Enttäuschung und Wut über das Geschehene. Dies hindert die Opfer daran, bei der Polizei Anzeige zu erstatten oder sich Angehörigen anzuvertrauen. Dabei ist es wichtig, vertraute Menschen zu haben, an die sich Betroffene wenden und Rücksprache halten können, insbesondere bevor Geld oder Wertsachen übergeben werden.
Das Projekt Next Generation ist eine Präventionskampagne der Polizei Recklinghausen. Ziel ist die Einbindung von jüngeren Bezugspersonen für ältere Menschen. Jüngere Menschen sollen motiviert werden, mit ihren älteren Angehörigen oder Freunden regelmäßig über Betrugsmaschen zu sprechen und auf richtiges Verhalten hinzuweisen. Informationen über das Projekt gibt es im Internet: Polizei Recklinghausen Next Generation.
Es gilt also, sich mit unterschiedlichen Maßnahmen zu schützen, einen Betrug rechtzeitig zu erkennen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Senioren sollten aber nicht ängstlich zuhause bleiben, sondern weiterhin nach draußen gehen und sich am sozialen Leben beteiligen.
Übrigens: Handtaschen- und Geldbörsendiebstähle sind zwar (medial) nicht so spektakulär wie Telefonbetrug, aber laut Polizeistatistik deutlich häufiger. Also achten Sie beim täglichen Einkauf auf ihre Taschen und das Portemonnaie!
Text: Annegret Grewing
Fotos: U. und N. Jandt